Kommunikation und Kooperation

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Kommunikation und Kooperation

Erfolgreicher Arbeit liegt eines zugrunde:

Erfolgreiche Kommunikation

Gut kommunizierende Mitarbeiter und ihre Teams entstehen meist nicht von allein und brauchen etwas “Pflege”. Aber die gute Nachricht ist: mit den richtigen Kommunikationsregeln kann jeder die Kommunikation verbessern. Ich stelle Ihnen hier fünf bewährte Tipps vor, die Ihre Kommunikation auf den Erfolgspfad führen.

Konflikte in einem Team sind der normale Alltag. Es ist die Frage, wie mit diesen Situationen umgegangen wird. Es gibt effektive Methoden, Konflikten im Team vorzubeugen und die gesamte Zusammenarbeit nachhaltig zu verbessern. Das entscheidende Stichwort in diesem Zusammenhang lautet: Teamkommunikation.

Gute Kommunikation im Team kann man üben

Natürlich wird in jeder Abteilung, in jedem Projekt kommuniziert. Allerdings bildet nicht jede Gruppe von Menschen ein Team. Im Unterschied zu einer Gruppe von Menschen arbeitet ein Team hervorragend zusammen: aufeinander abgestimmt, die jeweiligen Stärken unterstützend und nutzend, auf ein gemeinsames Ziel fokussiert. Und die gute Teamkommunikation ist das Band, das all diese Vorteile zusammenhält und dadurch erst ermöglicht. Genau das ist der entscheidende Unterschied.

I.             Tipps für eine verbesserte Kommunikation

1.            Kommunikationsregeln

Kommunikationsregel 1: Gemeinsame Ziele

Ein Team braucht eine gemeinsame Vision, die alle erreichen wollen. Um das Ziel zu erreichen, sollten die Rollen klar und nachvollziehbar verteilt werden – möglichst ohne statische Verhältnisse zu schaffen. Menschen setzen Dinge besser um, wenn sie sie verstehen.

Kommunikationsregel 2: Besser Zuhören

Ebenso wichtig für das gemeinsame Ziel ist die Einbindung aller Teammitglieder in die Teamkommunikation. Dabei ist miteinander reden genauso essentiell wie einander zuhören. Jedes Teammitglied sollte ausreichend zu Wort kommen und Argumente sollten abgewogen werden, bevor wir diese ausschlagen.

Kommunikationsregel 3: Mehr Transparenz

Kommunizieren Sie offen und geben Sie an alle Teammitglieder alle zweckdienlichen Informationen weiter, die gebraucht werden. Um eine gelingende Kommunikation im Team zu etablieren, müssen Einzelinteressen dem gemeinsamen Interesse untergeordnet werden.

Kommunikationsregel 4: Konstruktive Kritik

Kritisiert werden ist nicht schön, aber manchmal notwendig. Für den Fortschritt müssen das eigene Handeln sowie das Handeln des Teams samt seiner Mitglieder regelmäßig auf den Prüfstand. Wichtig ist dabei, konstruktiv und auf die Sache bezogen zu argumentieren. Persönliche Kritik wie auch persönliche Urteile haben in der Teamkommunikation keinen Platz. Treten Konflikte in der Gruppe auf, sollte offen mit ihnen umgegangen und eine gemeinsame Lösung gefunden werden. Bei verhärteten Konfliktlinien haben sich externe Experten bewährt.

Kommunikationsregel 5: Wertschätzung ausdrücken

Ebenso wie konstruktive Kritik geübt werden sollte, sollte auch Lob und Wertschätzung in der Teamkommunikation etabliert werden. Dazu gehört nicht nur das Feiern gemeinsamer Erfolge sondern auch die Anerkennung auf der individuellen Ebene, eine Kultur der Anerkennung seitens der Vorgesetzten und seitens der Kolleginnen und Kollegen.

Ein positiver Nebeneffekt einer funktionierenden Kommunikation im Team ist die Senkung von Stress am Arbeitsplatz und die Steigerung der Effizienz, wodurch Zeit und Kosten gespart werden können.

Sie sehen also, ein Team braucht klare und messbare Ziele und es braucht für eine gute Zusammenarbeit Instrumente, insbesondere für die Kommunikation. Denn Teamarbeit lebt vom Informationsaustausch und von der Kommunikation untereinander sowie zu anderen Teams oder Arbeitsbereichen. In einem Team müssen die Teammitglieder unterschiedliche Kompetenzen erfüllen. Kompetenzprofile helfen bei der Frage: Passt das Team zusammen?

Gehen wir gemeinsam in die Tiefe der Kommunikation, so stellen wir folgendes fest.

Äußerungen beinhalten stets einen Sachaspekt und einen Beziehungsaspekt. Jedes Teammitglied gibt neben der reinen Information immer etwas „von sich“ mit, und zwar in Richtung des Adressaten, mit dem er oder sie in Beziehung steht. So wie das Team miteinander kommuniziert, zeigt sich einem Beobachter, wie es um die Beziehungen der Mitarbeiter steht. Hören Sie als Vorgesetzte(r) genau hin und Sie entdecken womögliche Spannungen und Krisen frühzeitig, um – wiederum über den Austausch – gegensteuern zu können.

2.            Normales Verhalten bei der Teamkommunikation

Typischerweise verläuft die Kommunikation im Team wie diese Stimmungskurve. Zuerst ist die Stimmung gut und optimistisch, bis erste Streitereien entstehen. Erst wenn diese gelöst sind, kann es mit einem guten Gefühl produktiv weiter gehen.

Ich zeige Ihnen hier Methoden, die ein Team erfolgreicher machen.

a)            Noch vor der Lösung: Grundregeln für Fehlkommunikation

Einige Regeln gelten bei allen Kommunikationsproblemen. Diese sollten Sie lesen, bevor Sie die Lösung perfekter Team-Kommunikation anstreben.

  1. Bei Problemen aktiv Lösungen suchen.
  2. Auch wenn Zeit keine Wunden heilt, bedenken Sie ab und zu die Möglichkeit, durch Distanz Gemüter zu beruhigen.
  3. Konflikte im Team sind meistens Folgen der Grundeinstellung der Teammitglieder. Nur wenn Sie diese gemeinsam trainieren werden Sie ein perfektes Team.
  4. Wenn Sie in einem Konflikt sind, holen Sie sich externe Mediatoren – Sie selbst werden ihn nur schwer lösen können.
  5. Hören Sie immer beide Seiten und geben Sie nach. Eine Meinungsstreitigkeit auf Teufel komm raus zu gewinnen kann langfristig tiefe Wunden schneiden.

b)            Was macht ein erfolgreiches Team aus?

Ein Team ist erfolgreich, wenn es auch und gerade schwierige Situationen meistert. Dazu braucht es:

  • Kooperationsfähigkeit;
  • Ausrichtung auf das gemeinsame, größere Ziel;
  • die Fähigkeit mit Konflikten konstruktiv umzugehen;
  • Feedbackkultur;
  • soziale Kompetenzen im Umgang miteinander;

Zu den auch als Soft Skills bezeichneten Fähigkeiten zählt die Kommunikationsfähigkeit. Sie beherrscht, wer mit den Teamkollegen und den Vorgesetzten gleichermaßen einen zielorientierten, gewinnbringenden und bewussten Austausch pflegt. Gut zu kommunizieren setzt den Willen voraus, nicht nur sich selbst klar und verständlich mitzuteilen, sondern auch den anderen offen zuzuhören und deren Gesagtes anzunehmen.

Im Klartext: wenn die Abstimmung zwischen Teammitgliedern nicht gelingt, so ist dies nicht allein auf einen der Gesprächspartner zurückzuführen, sondern auf das Verhalten aller Teilnehmer. Aufbauend auf diesem Wissen kann jede/r im Team das eigene Kommunikationsverhalten überprüfen und helfen durch entsprechendes verändertes Verhalten eine vorliegende Störung wieder zu beheben.

3.            Das ideale Team und sein Kommunikationsstil

Die Grundsätze der offenen Kommunikation geben die wichtigsten Merkmale vor, die den Kommunikationsstil eines Teams prägen sollte:

  • wertschätzende, respektvolle Haltung gegenüber Teamkollegen
  • Prinzip des aktiven Zuhörens mit Nachfragen und
  • Fehler ansprechen und klären, ohne Schuld zuzuweisen
  • sachliche Kritik statt persönlicher Angriffe
  • Ich-Botschaften formulieren

a)            Verbale und nonverbale Kommunikationselemente

Neben den rein gesprochenen Worten senden wir mit jeder Äußerung auch nonverbale Signale aus. Unsere Mimik und Gestik sowie die gesamte Körperhaltung unterstreichen im Idealfall das Gesagte. Stimmen diese Kommunikationselemente etwa bei dem/r Vorgesetzten nicht überein, entsteht bei den Teammitgliedern Ungläubigkeit und Skepsis. Die oft zitierte Authentizität leidet und das Klima im Team verschlechtert sich. Auch wenn Teammitglieder untereinander in ihrer äußeren Haltung zu wenig Interesse und Offenheit für die Argumente von Kollegen zeigen, ist das Klima gefährdet.

Wichtig zu berücksichtigen ist, ob dem Team Menschen aus verschiedenen Kulturräumen angehören. Denn dann drückt möglicherweise die gleiche Geste eine unterschiedliche Haltung aus.

b)            Präsentationsstil: so können Sie sich besser mitteilen

In praktisch jedem Unternehmen gehören Vorträge, Präsentationen, Referate und ähnliche Veranstaltungen zum Alltag. Deshalb ist es äußerst wichtig, dass die Kommunikation bei diesen Anlässen so erfolgreich und effektiv wie möglich verläuft. Auf den Präsentationsstil sollte großer Wert gelegt werden – dann hören die Teilnehmer gern zu, werden selbst aktiv und sind in der Lage das Aufgenommene gut zu behalten und in Zukunft umzusetzen.

Die Grundlagen der optimalen Kommunikation für Präsentationen liegen in der Fragestellung an sich selbst: Wie muss ein Vortrag aufgebaut werden, damit ich ihm gern zuhöre, mich beteiligt und mitgenommen fühle und das Gesagte auch später noch weiß?

c)            Sprache und Wortwahl

Die Antworten sind eigentlich einfach: eine lebendige, anschauliche Sprache, eine nicht zu trockene oder wissenschaftliche Wortwahl, die aktive Beteiligung und Einbeziehung der Teilnehmer sowie Praxisbeispiele. Wenn dies durch den passenden Einsatz von Medien unterstützt wird, verläuft jede Präsentation erfolgreich.

Eine lebendige, anschauliche Sprache lässt sich gut erreichen, wenn bei der Vorbereitung der geplante Text vorab laut gelesen wird – ob nun mit einem Test-Zuhörer oder ohne. Das laute Lesen enttarnt eine abgehobene oder zu eintönige Sprache sehr schnell. Dies betrifft ebenso die Wortwahl, die, wie gesagt, nicht zu trocken sein sollte. Auch hier schafft lautes Lesen Klarheit.

d)            Die Zuhörer mitreißen

Die aktive Beteiligung und Einbeziehung der Teilnehmer kann auf unterschiedliche Weise geschehen. Gute Beispiele sind unvollständige Grafiken, die durch Wortbeiträge ergänzt werden, sowie Brainstormings zu den entsprechenden Themen. Diese lassen sich sehr anschaulich als Mindmaps für alle sichtbar machen – wobei hier die oben genannten Medien ins Spiel kommen.

Anhand dieser Beispiele wird deutlich, wie leicht ein guter Stil bei Präsentationen erreichbar ist – andere Methoden bauen auf diesen ersten Schrittweisen auf.

e)            Krisen

Da wo Kommuniziert wird, kann es Krisen geben – auch im besten Team. Sie erkennen diesen Zeitpunkt früh an verschiedenen Krisen-Indikatoren:

  • schlechte Stimmung
  • lange Weile bei Mitgliedern
  • dominierende Personen
  • aufkommende Hierarchien
  • weniger Solidarität
  • mehr Ellenbogen

Spätestens beim Auftreten einer dieser Faktoren ist Obacht geboten. Stellen Sie sich in diesem Moment gemeinsam mit anderen Teammitgliedern folgende Fragen:

  • Reden wir hier wirklich von Schwierigkeiten oder kommt es uns nur so vor?
  • Wenn es ein Problem gibt, welchen Anteil habe ich statt andere?
  • Wenn es andere sind, wie kann ich es ihnen erklären?

Wie gelingt die Teamkommunikation in Konfliktsituationen?

Bei einem Konflikt im Team nimmt die Gesprächsbereitschaft ab. Je weniger die einzelnen Personen miteinander reden, umso weniger erfahren sie auch von der Sicht der anderen. Der Konflikt bleibt im Raum stehen und schwelt im Untergrund. Die optimale Teamkommunikation für solche Fälle zeichnet sich dadurch aus, dass jeder einzelne gewillt ist, die Sicht des anderen zuzulassen durch Anhören und Verstehenwollen. Diese Erweiterung des Horizonts gelingt nur, wenn Schuldzuweisungen und Drohungen unterbleiben. Die wohlwollende Einstellung unterstützt das Team dabei, vom Dissens zu einem (neuen) Konsens zu gelangen.

Metakommunikation

Die Betrachtung der eigenen Person ist die beste Chance, um erfolgreich in Krisen und Konflikten zu Kommunizieren. Denn auch wenn die andere Person stur und aggressiv ist, habe ich die besten Vorteile, indem ich mich selbst unter Kontrolle habe. Dafür verwenden wir die Metakommunikation.

Dabei beziehen alle Beteiligten eine gedankliche Position außerhalb der „Arena“ und schauen von außen auf ihre Situation, um diese zu analysieren. Was würde ein Dritter denken? Diese Analyse hilft uns dabei, eine neutrale Sichtweise zu behalten. Ohne diese wird eine sachliche Lösung der Kommunikation kaum möglich sein.

Hören Sie nie auf, zu lernen!

4.            Achtung Stolperstein(e)![1]
Kooperativ kommunizieren im Team

Kooperativ zu kommunizieren fällt erfahrungsgemäß den meisten Menschen erst einmal schwer – wohl auch deshalb weil wir eher als Einzelkämpfer erzogen wurden und werden. Dabei sorgt gerade die Kommunikation mit kooperativem Mindset für ein besseres Teamklima und bessere Ergebnisse. Grund genug also, sich mögliche Stolpersteine einmal genauer anzusehen und dafür zu sorgen, dass diese nicht dazu führen, dass die Kommunikation im Team akut oder auf Dauer ins Straucheln gerät.

Doch warum ist Kommunikation überhaupt so schwierig und führt so oft zu Missverständnissen? Ganz einfach – und doch wieder auch nicht! Obwohl wir dauernd kommunizieren, ist es ein hochkomplexer Vorgang. Wir übersetzen unsere Gedanken in Worte, die wir an eine andere Person richten. Diese nimmt sie auf und übersetzt die angekommene Information in eine Sprache, die zum eigenen Verständnis passt. Da kann viel danebengehen. Angefangen davon, dass wir nicht alles so sagen (möchten), wie wir es denken, akustische Störungen auftreten können und das Gehörte nicht immer so verstanden wird, wie es gemeint war. Noch dazu, wenn folgende drei alltägliche Stolpersteine eine kooperative Kommunikation im Team erschweren:

a)            Stolperstein: Neue Kommunikationswege

Die neuen Kommunikationswege erleichtern uns einerseits die Kommunikation sehr. Wir haben sie jederzeit zur Verfügung und müssen nicht aufwändig ein persönliches Treffen arrangieren. Updates oder Fragen können schnell adressiert und Missverständnisse sofort geklärt werden. Andererseits ist Kommunikation eine komplexe Angelegenheit. Wir senden unsere Botschaft nur zu einem kleinen Anteil über die Worte. Der Großteil der Information fließt über Stimme und Körpersprache. Je nachdem, welchen Kommunikationsweg wir wählen, geht ein größerer oder kleinerer Teil der Information verloren. Die Email besteht nur aus Worten, die SMS oder WhatsApp meist aus wenigen Worten und Abkürzungen – es besteht also großer Interpretationsspielraum und damit auch viel Raum für Missverständnisse. Der Live-Chat besteht zwar auch nur aus Worten, bietet aber zumindest zeitlich einen zusammenhängenden Austausch. Das Telefon oder die gesprochene WhatsApp liefert immerhin den Klang der Stimme, damit kommen schon rund 2/3 der Information im Vergleich zum persönlichen Gespräch an. Jede visuelle Unterstützung erhöht die Informationsübertragung und reduziert die Gefahr von Missverständnissen weiter. Ein geteiltes Dokument oder eine Bildschirmpräsentation zum Beispiel schaffen mehr Klarheit über das, was besprochen wird. Kommt zusätzlich noch das Kamerabild ins Spiel, haben wir das Optimum erreicht, das virtuelle Kommunikation uns bieten kann. Jetzt heißt es nur noch voller Fokus auf die Kommunikation. Wenn wir nicht direkt mit der anderen Person zusammensitzen, lassen wir uns noch leichter ablenken. Durch Emails, die gerade hereinkommen, ebenso wie durch andere Aufgaben, die wir meinen, parallel erledigen zu können. Aber Vorsicht: Erfolgreiche Kommunikation braucht unsere volle Aufmerksamkeit – gerade wenn wir uns nicht direkt gegenübersitzen.

b)            Stolperstein: Grobe Missverständnisse im Team

Wie eingangs beschrieben, ist es gar nicht so leicht mit der zwischenmenschlichen Kommunikation. Was aber tun, wenn es sich nicht mehr nur um kleine Missverständnisse, sondern bereits um einen ausgewachsenen Konflikt handelt? Je nachdem wie fortgeschritten dieser ist, sollte ein Unbeteiligter (Führungskraft mit entsprechender Ausbildung, Personalverantwortlicher oder auch ein externer Coach) ein offenes Gespräch zwischen den Teammitgliedern moderieren, um gemeinsam mit den Beteiligten den Kern des Missverständnisses herauszuarbeiten. Ziel ist es, Emotionen anzusprechen, diese möglichst zu bewältigen und so ein Klima herzustellen, das das Team wieder in die Lage versetzt, selbst Lösungen zu erarbeiten. Hat sich die Situation schon sehr zugespitzt und können die Beteiligten bereits nicht mehr miteinander reden, macht folgendes Vorgehen Sinn: Nach Einzelgesprächen werden die Konfliktpunkte mit den Beteiligten in Anwesenheit der anderen Beteiligten geklärt und ein Zustand erarbeitet, in dem die Beteiligten wieder miteinander reden. Gemeinsam wird dann nach praktikablen Lösungen gesucht. Auch wenn es schizophren klingt, gibt es keine vertrauensbildendere Maßnahme als einen erfolgreich bewältigten Konflikt. Je früher er angegangen wird, desto geringer sind die persönlichen Verletzungen und desto höher ist die Chance auf eine einvernehmliche Lösung.

c)            Stolperstein: Unerfahrene Kooperationsteams

Unerfahrene Kooperationsteams unterschätzen häufig, wie wichtig es ist, eine gemeinsame Arbeitsbasis herzustellen und vergessen, sich dafür Zeit zu nehmen. Man stürzt sich am liebsten sofort ins Tun, sammelt Umsetzungsideen und vereinbart erste Arbeitspakete. Aber wenn jeder nur seine Arbeit macht, ist das Arbeitsteilung und noch keine Kooperation. Kooperation beginnt dort, wo jeder über seine Rolle hinaus Verantwortung für das Endergebnis übernimmt. Das erfordert ein klares, gemeinsames Verständnis des angestrebten Ergebnisses und die Fähigkeit, sich auch immer wieder in die Situation der Anderen hineinzuversetzen und für alle mitdenken zu können. Dazu muss man sich erst einmal kennenlernen und offen austauschen. Jeder Beteiligte sollte deshalb zunächst für sich folgende Punkte klären – am besten schriftlich:

  • Welche Beweggründe habe ich, die Kooperation einzugehen?
  • Was kann und bin ich bereit, beizutragen?
  • Was sind meine Ziele? Was muss passieren, damit ich die Kooperation als erfolgreich betrachte?
  • Welche Erwartungen habe ich an die anderen Kooperationspartner?
  • Wie muss die Zusammenarbeit aussehen, damit ich mich wohl fühle?
  • Wichtig ist dabei, offen und ehrlich zu sein und ohne Scheu das auszusprechen, was einem wichtig ist. Kooperationen, die auf nicht ausgesprochenen Interessen und Erwartungen beruhen, scheitern häufig. Die Informationen werden anschließend im Team ausgetauscht und Verständnisfragen geklärt – wie zum Beispiel:
  • Was genau brauchst du von mir?
  • Was genau muss passieren, damit deine Erwartung erfüllt wird? Was darf nicht passieren?

Falls es Interessens- oder Zielkonflikte gibt, muss genau jetzt nach Lösungen gesucht werden, die möglichst allen Interessen gerecht werden. Wenn Abstriche gemacht werden müssen, lohnt es sich zu prüfen, ob das Projekt noch für alle Beteiligten lohnenswert ist. Zu klären wäre auch folgender Aspekt: Was passiert, wenn im Verlauf einer der Beteiligten feststellt, dass seine Interessen und/oder Erwartungen nicht erfüllt werden?

d)            Damit Kommunikation in Teams gelingt…

…braucht es Achtsamkeit und das Bewusstsein dafür, dass das Kooperationsergebnis nur so gut sein wird, wie die Kommunikation zwischen den Beteiligten. Wenn das noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen ist – also den meisten Menschen – sollten klare Vereinbarungen getroffen werden, wann und wie kommuniziert wird.  Ein Standardablauf, in den auch Zeit für einen kurzen persönlichen Status eingeplant wird, bewährt sich vor allem bei regelmäßigen Teammeetings – egal ob persönlich oder virtuell und ob zwei Teilnehmer oder mehr. Das Meeting könnte z. B. starten mit einer kurzen Runde zur Frage, wo jeder gerade persönlich steht. Dann werden die aktuellen Punkte besprochen, die idealerweise schon vorher in einer Agenda zusammengeführt werden, die alle vorliegen haben. Ideal ist auch dabei schon festzulegen, worum es bei dem jeweiligen Punkt geht: Nur Information (I), auch Diskussion (D) oder/und um eine Entscheidung (E). Das hilft, sich nicht zu verzetteln. Unsere Aufmerksamkeitsspanne ist leider nur begrenzt, deshalb ist es wichtig, die Zeit und den roten Faden im Blick zu behalten. Am besten übernimmt immer ein Teammitglied die Moderation und damit es nicht immer den oder dieselbe trifft, gibt es einen rollierenden Plan, nach dem jeder einmal dran ist. Die Ergebnisse der Besprechung sollten immer zumindest stichpunktartig festgehalten und an alle Beteiligten verteilt werden – vor allem auch an diejenigen, die nicht teilnehmen konnten. Darüber hinaus helfen zwei konkrete Tipps:

e)            Der Erfolgscheck

Im Sinne eines Erfolgschecks ist es wichtig, regelmäßig gemeinsam zu bewerten, wie die Kommunikation läuft. Ein Commitment, das auf jeden Fall getroffen werden sollte, ist die Vereinbarung, Probleme immer im Team zu besprechen, anstatt sich bei Außenstehenden darüber zu beklagen.

f)              Coaching

Der 2. Stolperstein hat es gezeigt: Sind die Fronten erst einmal verhärtet, kann das Team den Zustand einer kooperativen Kommunikation aus eigener Kraft nicht mehr herstellen. Konflikte haben die Eigenschaft, sich exponentiell zuzuspitzen! Während wir Standpunkte vehement vertreten, sind wir was das Mitteilen unserer wirklichen Bedürfnisse betrifft eher zurückhaltend. Manchmal sogar, weil wir uns dieser selbst nicht bewusst sind. Dann ist es auf jeden Fall Zeit, einen Coach als Moderator einzuschalten oder bei unerfahrenen Kooperationsteams bereits zum Start dazuzuholen. Er oder sie hat die innere Distanz zum Thema und die Methoden, die wichtigen Dinge zur Sprache und einen offenen Austausch zwischen den Beteiligten in Gang zu bringen. Der Coach sorgt auch dafür, dass die nötigen Vereinbarungen und Regelungen getroffen werden, die eine erfolgreiche Zusammenarbeit fördern.

g)            Anerkennung, Wertschätzung und Begegnung auf Augenhöhe

Das Maß, in dem Anerkennung und Wertschätzung innerhalb eines Kooperationsteams gelebt werden und sich alle Kooperationspartner auf Augenhöhe begegnen, macht den Unterschied: Zwischen einer erfolgreichen und erfüllenden Kooperation und einer anstrengenden, verkrampften und am Ende vielleicht sogar erfolglosen Kooperation. Man kann Kooperationen mit einem Luftschiff vergleichen. Ein Luftschiff fliegt, weil der Auftriebskörper mit einem idealen Gasgemisch befüllt ist, der das Luftschiff steigen lässt. Ein kleiner Motor mit Luftschraube dient dem Antrieb und Leitwerke dienen der Steuerung. Wenn das Gasgemisch nicht stimmt und das Luftschiff nicht abhebt, sind der Motor und die Steuerung sinnlos. In einer Kooperation sind die Arbeitsbeiträge die Motoren, die das Luftschiff vorwärtsbewegen. Die Zielvereinbarungen helfen, es in die richtige Richtung zu steuern und zu einem Ergebnis zu kommen. Ohne Anerkennung, Wertschätzung und Begegnung auf Augenhöhe aber fehlt die Atmosphäre, die eine Kooperation überhaupt zum Fliegen bringt. Trotz klarer Ziele und großer Einzelanstrengung hebt das Projekt nicht ab oder strandet unterwegs.

Erfolgsversprechende Kooperationen bergen Überraschungen. Zum Glück! Wenn wir schon genau wüssten, was passiert, wo wäre dann der erhoffte Zugewinn? Also die 3, die aus 1 plus 1 entstehen soll. Für eine erfolgreiche Kommunikation im Team ist es deshalb wichtig, Kooperationen als stetigen Lernprozess zu betrachten und sich einen dynamischen Mindset zu bewahren – dann gelingt es auch, den einen oder anderen Stolperstein auf dem Weg zu einer kooperativen Kommunikation zu umgehen.

 

 

II.           Nachwort[2]

Teamarbeit nimmt nach wie vor zu, selbst virtuelle Teams sind keine Seltenheit mehr Teamarbeit stellt aber auch besondere Anforderungen, sowohl an den Teamleiter wie auch an die Mitglieder. Die folgenden Schlüsselfaktoren verraten Ihnen, worauf es bei der Zusammenarbeit im Team wirklich ankommt. Umso erfolgreicher wird Ihr Team werden.

1.            Punkt 1: Die Führung

Führung ist nicht gleich Führung. Natürlich braucht auch Ihr Team jemanden, der es führt. Jemanden, der die Hauptverantwortung trägt, die Richtung vorgibt, Ansprechpartner bei Fragen ist und so weiter. Ein Team zu leiten, ist allerdings etwas anderes, als Mitarbeiter im klassisch hierarchischen Sinn zu führen.

Ein Team steckt sich seine Ziele oft selbst, statt sie vorgegeben zu bekommen. Ein Team entscheidet gemeinsam, statt die Entscheidung der Führungskraft zu akzeptieren. Vertrauen zur Teamführung und zueinander ist oberstes Gebot für die Zusammenarbeit im Team.

Ein Team zu leiten, stellt deshalb hohe Anforderungen an die soziale und kommunikative Kompetenz der Führungskraft. Bereiten Sie sich oder Ihren ausersehenen Mitarbeiter gegebenenfalls ausgiebig auf die neue Rolle vor.

2.            Punkt 2: Die Ziele

Ihr Team braucht klare Ziele. Es kann nur dann autonom arbeiten, wenn alle Teammitglieder wissen, was erreicht werden soll, ohne sich ständig neue Anweisungen von der nächsthöheren Hierarchie-Ebene holen zu müssen. Klare, eindeutige Ziele beugen Missverständnissen vor und geben Halt und Orientierung.

Aber Achtung: Die Ziele sollten wieder gemeinsam erarbeitet beziehungsweise angenommen werden, nicht unter Zwang übergestülpt. Hat ein Team ein gemeinsames Ziel, kann es auch an einem Strang ziehen, sich gegenseitig unterstützen und motivieren. Und: Profitieren die Teammitglieder auch persönlich von den Zielen ihres Teams, ist das ein zusätzlicher Motivationsschub.

3.            Punkt 3: Die Aufgaben

Mindestens genauso wichtig wie klare Ziele sind klare Aufgaben. Die Freiheit des Teams, selbstständig zu arbeiten, braucht auch Strukturen. Verhindern Sie, dass Ihre Teammitglieder planlos vor sich hinwerkeln oder alles doppelt und dreifach machen.

Klären Sie, wer welche Aufgaben übernimmt. Sorgen Sie dafür, dass jeder genau weiß, was er zu tun hat, welche Inhalte zu seiner Aufgabe gehören und welche Erwartungen damit verbunden sind. Und achten Sie idealerweise auch darauf, dass die Teammitglieder untereinander wissen, wie die eigene Arbeit mit der der anderen ineinandergreift.

4.            Punkt 4: Die Verantwortung

Eigentlich logisch: Wenn jedes Teammitglied selbst dafür verantwortlich ist, seine Aufgaben zu erfüllen und auf das gemeinsame Ziel hinzuarbeiten, sollte es auch die dafür notwendigen Entscheidungen treffen können. Nur dann kann es nach bestem Wissen und Gewissen handeln.

Sorgen Sie deshalb nicht nur dafür, dass jeder weiß, was er zu tun hat. Legen Sie auch den Handlungsspielraum der Teammitglieder fest. Jeder Mitarbeiter sollte genau wissen, wie weit seine Entscheidungskompetenz und Verantwortung reicht.

5.            Punkt 5: Die Verbindlichkeit

Kennen Sie den Spruch „Team = Toll, ein anderer macht’s“? Dann wissen Sie ja, was ich meine. Teamarbeit kann nur funktionieren, wenn jeder sich an die Vereinbarungen hält. Jedes Teammitglied muss sich auf die anderen verlassen können. Und es muss gewährleistet sein, dass die Aufgaben auch erledigt werden.

Haben Sie Leute im Team, die Schwierigkeiten damit haben, Aufgaben verbindlich zu übernehmen oder Termine einzuhalten? Dann nehmen Sie sie nach Möglichkeit raus.

Oder regen Sie ein sogenanntes Vereinbarungsmanagement an. Das heißt, lassen Sie Eckdaten aufstellen, die das Team regelmäßig gemeinsam überprüft. So weiß jeder, wo er steht, und kann nachbessern, falls er mit seinen Aufgaben ins Hintertreffen geraten sollte.

6.            Punkt 6: Die Kommunikation und Information

Teamarbeit ohne Kommunikation gibt es nicht. Egal, wie gut jeder seine Aufgaben und Ziele kennt – ein Team funktioniert nur als Ganzes, so wie es auch als Ganzes für seine Ergebnisse verantwortlich ist. Unterstützen Sie deshalb die Kommunikation im Team.

Bieten Sie zum Beispiel den Teammitgliedern die Möglichkeit, sich auf regelmäßigen Treffen abzustimmen, Probleme und Fortschritte zu besprechen. Ermuntern Sie dabei zu straffen und zielorientierten Besprechungen, damit sich die Diskussionen nicht endlos im Kreis drehen.

Achten Sie auf einen freundlichen Umgangston. Sie als Teamleitung setzen die Maßstäbe und prägen den Stil, an dem sich die Teammitglieder orientieren. Gehen Sie Missverständnisse und Konflikte aktiv an, um sie möglichst schnell auszuräumen.

Vereinbaren Sie, dass

  • die Ergebnisse von Besprechungen festgehalten,
  • Arbeitsschritte nachvollziehbar dokumentiert sowie
  • relevante Informationen sofort weitergegeben werden.

So hat das Team eine gemeinsame Grundlage, auf der es aufbauen kann.

7.            Punkt 7: Der Teamgeist

Der Teamgeist ist sprichwörtlich – und wird doch oft nicht erreicht. Aber nichts ist mehr für den Erfolg eines Teams verantwortlich als ein gutes, vertrauensvolles Arbeitsklima und gegenseitige Hilfe und Unterstützung. Schweißen Sie Ihr Team deshalb zusammen.

Machen Sie allen klar, dass nur der Gesamterfolg zählt und dass jeder für seinen Anteil an diesem Erfolg verantwortlich ist. Am Ende gewinnt oder verliert nicht der Einzelne, sondern das Team. Der Nutzen des Teams sollte absoluten Vorrang haben.

Wichtig wäre auch wieder ein respektvoller, wertschätzender Umgang miteinander. Haben Sie Menschen im Team, die sich „nicht grün sind“ oder die sich auf Kosten anderer profilieren wollen, nehmen Sie sie raus. Untergründig ablaufende Reibereien oder Machtspielchen sind der Tod jedes Teams.

Hilfreich ist es auch, wenn Ihre Teammitglieder eine bestimmte Einstellung mitbringen, damit sich eine echte Teamkultur entwickeln kann. Wenn zum Beispiel Werte wie Engagement, Rücksichtnahme, Höflichkeit, Geben und Nehmen, Kameradschaft, Offenheit und Hilfsbereitschaft zu ihrem Selbstverständnis gehören.

Teamarbeit anzuordnen, ist leicht, im Team zu arbeiten, schon wesentlich weniger. Nicht jeder ist dazu gemacht, ein Team zu leiten, und auch nicht jeder, in einem zu arbeiten. Nutzen Sie diese Schlüsselfaktoren für einen ersten Überblick, worauf es bei der Zusammenarbeit im Team wirklich ankommt. Umso erfolgreicher wird Ihr Team werden.

[1] Vgl. Ulrike Stahl, https://werteundwandel.de/inhalte/kooperativ-kommunizieren-im-team/ (12.01.2018)

[2] Vgl. https://www.drweb.de/7-schlusselfaktoren-fur-eine-erfolgreiche-zusammenarbeit-im-team/ (12.01.2018)