Schwarz­ar­beit oder doch noch Nachbarschaftshilfe?

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Das Thema Schwarzarbeit ist vor allem in Bezug auf Handwerkerarbeiten in aller Munde – doch wo liegen die Grenzen zur Nachbarschaftshilfe?
Droht etwa schon eine Geldstrafe, wenn beispielsweise ein Maler seinem Nachbarn gegen einen kleinen Obolus beim Renovieren hilft? Nicht solange bei dieser Art der Nachbarschaftshilfe die Hilfsbereitschaft im Vordergrund steht und nicht das Gewinninteresse überwiegt.

Was genau ist Schwarzarbeit?

§ 1 II Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes definiert Schwarzarbeit unter anderem als eine Tätigkeit, deren Einkünfte nicht versteuert werden. Weiterhin umfasst der Begriff Arbeiten, die ein Auftraggeber durchführen lässt, ohne Sozialabgaben abzuführen.
Das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz benennt in § 1 III aber auch Ausnahmen. Es sei immer dann nicht von Schwarzarbeit die Rede, wenn Dienst- oder Werkleistungen erbracht werden, die nicht auf nachhaltigen Gewinn gerichtet sind und die aus Gefälligkeit oder im Sinne der Nachbarschaftshilfe durchgeführt werden. Ein geringes Entgelt für die erbrachten Leistungen ist durchaus legitim und die Tätigkeit deshalb in der Regel nicht automatisch als Schwarzarbeit einzustufen. Was genau unter einem geringen Entgelt zu verstehen ist, hat der Gesetzgeber nicht näher bestimmt. Maßgeblich sollte das Verhältnis zur Leistung sein sowie zum üblichen Preis, der auf dem Markt für die Arbeit gezahlt wird. Nachbarschaftshilfe basiert außerdem auf dem Prinzip der gegenseitigen Unterstützung und setzt damit eine gewisse räumliche oder persönliche Nähe voraus.

Erkun­dungs­pflicht für Auftraggeber

Ist dies nicht gegeben, kann der Verdacht auf Schwarzarbeit aufkommen. In diesem Fall muss sich jedoch nicht nur der Arbeiter verantworten: Der Auftraggeber unterliegt einer „gesteigerten Erkundungspflicht“. Bevor Handwerker ins Haus kommen, sollte daher immer geprüft werden, ob die Arbeiten unter rechtmäßigen Bedingungen durchgeführt werden. Außerdem stehen Privatpersonen nach § 14b I Satz 5 des UStG in der Pflicht, Handwerkerrechnungen bis zu zwei Jahre lang aufzubewahren.